Die verstrickte Dienstagsfrage 40/2014

Schon lange wollte ich bei der verstrickten Dienstagsfrage mitmachen und so jeden Dienstag Fragen, Antworten und Gedanken „zu Blog“ bringen. Für heute hatte ich mir fest vorgenommen rechtzeitig nachzusehen wie die heutige Frage ist – und sehe, das Wollschaf fragt tagesaktuell.
Und statt eines Beitrages über die obergeile (sorry, das waren die Worte meines Mannes) Mütze die ich gestern fertiggestellt habe zu schreiben, beantworte ich die Dienstagsfrage und stricke dann an der Mütze weiter die ich gestern abend angeschlagen habe….

Das Wollschaf fragt:

Wieder einmal beschwört ein abwertender Artikel über handarbeitende Frauen einen Shitstorm in Netz herauf.

Was denkst Du?
Warum fühlen sich so viele Frauen sofort angegriffen und gehen in den Verteidigungsmodus, sobald jemand abwertend über Handarbeiten schreibt?

Mangelt es der handarbeitenden Frauenwelt vielleicht einfach nur an dem Selbstbewusstsein, über solches Geschreibsel mit einem milden Lächeln hinwegzusehen?

Ich habe diesen Artikel gestern gelesen und kommentiert als noch recht wenige Kommentare geschrieben waren.
Mein Kommentar handelte von Wert und Wertigkeit – und davon, dass die persönliche Einstellung des „Erschaffenden“ einen wesentlichem Teil zu dieser Wertigkeit beiträgt.

Warum fühlen sich Frauen nun angegriffen, wenn jemand Handarbeit abwertet?
Ich denke die Antwort liegt auf der Hand – weil wir selbst uns mit dem was wir tun identifizieren. Weil in jedem Werk ein Stück Herzblut steckt, auch wenn sich das jetzt unheimlich abgedroschen anhört. Wertet jemand unsere Werke ab – so wertet er auch uns ab. Und das aus dem nichts – ohne das wir etwas böses getan haben. Denn Handarbeiten tut niemandem weh, greift niemanden an.

Der Hauptvorwurf des Artikels – soweit man das aus dem Gewirr an Beleidigungen und Klischeetrampelei herauslesen kann – soll wohl sein, dass handarbeitende Frauen sich nicht mit „wichtigem“ beschäftigen.

Nun zu dieser These gäbe es jetzt viele Antworten. Stimmt nicht – wäre wohl die einzig passende. Zwar identifizieren wir uns mit unseren Werken – deshalb heißt das noch lange nicht das wir uns ausschließlich darüber definieren (lassen müssen).

Nunja – und das „lassen müssen“ zusammen mit der Art und Weise des Artikels in dem pauschal kreative Frauen als antifeminietisch und schlimmeres abgewatscht werden – haben wohl zu diesem „Shitstorm“ geführt.

Wobei ich sagen muss – das ist garkein Shitstorm. Also kein „echter“. jede Menge Frauen und Männer sagen der Autorin ihre Meinung – und das doch überraachend gesittet, wenn man sich am Stil des Artikels orientiert.

Das paradoxe ist – dass Frau F. sich ja auch nicht zu schade ist selbst zu kommentieren – natürlich hat sie das ja alles nicht so gemeint wie es verstanden wird – und damit macht sie die Sache für mich noch viel schlimmer. (Aha zu rückständig und antifeministisch kommt nun auch „zu doof zum lesen“ dazu…)

Null Selbstreflexion gepaart mit Arroganz und Überheblichkeit – und am Ende eigentlich nicht wert sich darüber aufzuregen… Aber die Situation lässt durchaus zu, mit einem milden lächeln seine Meinung dazu zu verfassen. Darf ja die Frau F. auch – also sich hinter Meinungsfreiheit verstecken um Leute zu beleidigen. Auf das Niveau müssen wir nicht runter, zum Glück.
Allerdings – auf die Einsicht von Frau F., dass sie wohl etwas über das Ziel hinaus geschossen ist – auf die dürfen wir wohl lange warten…

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Eine Antwort zu “Die verstrickte Dienstagsfrage 40/2014

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