Mal was Themenfremdes. Ich dampfe…

…und das mit Leidenschaft.

Themenfremd ja – aber es geht auch um Sucht. Deshalb – ach lest selbst.

Am 13. Mai diesen Jahres habe ich meine letzte Zigarette geraucht. Vor dem Laden wo ich dann meine erste E-Zigarette gekauft habe.

Ich war auf der Suche nach einer Alternative zum Rauchen. Ich war nie Genussraucher. Habe den Geschmack, den Gestank gehasst. Von den gesundheitlichen Folgen mal ganz abgesehen.
Dennoch habe ich es nicht geschafft aufzuhören. Ich habe sogar – wenn ich geraucht habe – ziemlich viel geraucht. 30 Zigaretten am Tag waren schon eher „wenig“.

Während meiner Schwangerschaften habe ich es immer geschafft aufzuhören. Aber ich wurde nicht Nicht-Raucher. Ich wurde auch nicht Ex-Raucher. Ich war Raucher der eben im Moment nicht rauchen durfte. Nach der ersten Schwangerschaft hat das noch 1 1/2 Jahre gehalten. Nach der Geburt unseres Sohnes fast 3 Monate.

Immer wenn ich wieder anfing war ich innerhalb kürzester Zeit wieder beim Big Pack und mehr am Tag. Ich habe mich dafür gehasst – aber die „Sucht“ hat mich gezwungen.

Anfang Mai hörte ich dann von meinem Bruder von der E-Zigarette. Er hat es ausprobiert und brauche nun kein Asthmaspray mehr. Mein Bruder ist seit Kindheit Asthmatiker – vom Rauchen hat ihn das auch nicht abgehalten. Aber nun – die E-Zigarette sei eine brauchbare Alternative.

Ein Wochenende lang beschäftigte ich mich mit dem Thema. Und komischerweise (und rückblickend war das sehr gut) habe ich garkeine „Aufhörkrücke“ gesucht. Ich verstand die E-Zigarette von Anfang an als alternativen Weg Nikotin zu konsumieren. Denn immerhin – so dachte ich zu diesem Zeitpunkt noch – ist Nikotin ja das wonach ich süchtig bin.

Was ist eine E-Zigarette genau? Ich versuche es möglichst kurz zu halten.
In einer E-Zigarette wird eine nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft. Sie besteht aus einem Akku (für die Stromversorgung ^^ logisch), einer Verdampfereinheit und einem wie immer gearteten Tank in den diese Flüssigkeit eingefüllt wird. Man drückt einen Knopf und der Verdampfer wird erhitzt – dadurch wird die Flüssigkeit verdampft und man kann sie einatmen.

Tja und nun sitze ich hier genau ein halbes Jahr später und lächle in mich hinein. Ich hab sehr viel gelernt. Über Technik – über Politik – über Gesundheit. Über mich.
Ich habe jede Menge Leute kennengelernt. Leute die ich auf anhieb mochte – und die mich auf Anhieb mochten. Ich bin politisch aktiv geworden. Ich habe gelernt wie man sich durch Gesetzesentwürfe wühlt, wie Gesetzgebung in der EU funktioniert. Habe mich sogar mit Abgeordneten des EU-Parlaments getroffen. Bin Aktiv – denn ich kämpfe für eine gute Sache – und eine die uns alle angeht. Denn ich kämpfe auch gegen Bevormundung und willkürliche Verbote.

Ich habe keine Zigarette mehr geraucht – weil ich keine mehr brauchte. Über 5500 Zigaretten hätte ich geraucht in einem halben Jahr …stellt euch diese mal auf einem Haufen vor.
Dennoch gab es einen Entzug – was mir vorher nicht klar war – denn in der Tabakzigarette sind ja noch viele andere süchtigmachende Stoffe (nicht zuletzt z.B. MAO-Hemmer). ABER – es war erträglich. Genau genommen war es sogar sehr leicht. Es gab durchaus Phasen in denen hatte ich „Schmacht“ – aber ich hatte die vollwertige Alternative und konnte den Schmacht damit bekämpfen. Ich musste nicht mehr rauchen.

Und heute – bereits ein halbes Jahr später – kann ich sagen: ich fühle mich frei. Mir geht es gut. Ich will nicht sagen ich bin nicht mehr süchtig nach Nikotin – aber die Sucht hat sich verändert. Deutlich. Diese dreckigen Griffel von „ich muss“ halten mich nicht mehr. Der Suchtdruck ist sehr viel schwächer.

Stattdessen – habe ich an die 50 Aromen, meine Dampfgerätesammlung ist klein, aber fein (und ich bin hochzufrieden damit ) und ich dampfe mit Genuss. Es hat mir ein Stück Lebensqualität wiedergebracht. Keine stinkenden Klamotten mehr, kein ekelhafter Geschmack im Mund – selbst meinen Kids fiel nach kurzer Zeit auf, dass Mama nicht mehr stinkt.

Ich möchte nicht missionieren – aber ich möchte einfach berichten, dass es mir gut damit geht. Das ich auch nicht vorhabe, damit aufzuhören. Es gibt keinen Grund dafür – denn Nikotin ist nicht der Feind. Nikotin allein ist ungefähr so schädlich und gefährlich wie Coffein.
Ich liebe die Geschmacksvielfalt der Dampfe – ich liebe es mit den Geschmäckern zu spielen.

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